Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Durch: Laura Rueda Ärtzlich

Die veterinären Behandlungen mit Cannabis befinden sich in unserer Gesellschaft erst in der Anfangsphase. Es ist ein delikates und kontroversielles Thema, da es sich bei den Protagonisten um Lebewesen handelt, die nicht für sich selbst entscheiden können und unter unserer Verantwortung stehen. Trotzdem scheint diese Art von Medikamenten – immer unter der Voraussetzung, dass sie verantwortungsvoll und den Anweisungen eines Tierarztes entsprechend eingesetzt werden – ein Hoffnungsschimmer für Tiere zu sein.

Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Vögel und Fische besitzen, ebenso wie wir Menschen, ein Endocannabinoid-System. Das bedeutet, dass sie im ganzen Körper dieselben Cannabinoidrezeptoren CB-1 und CB-2 wie wir haben. Dazu gehören das Gehirn, die Organe, das Bindegewebe, Immunzellen und Drüsen, die auf natürliche Art Endocannabinoide produzieren. Allyn Howlett und William Devane haben den ersten Cannabinoidrezeptor im Gehirn einer Ratte entdeckt.

Das bedeutet, dass diese Tiere die vom Körper auf natürliche Art produzierten Endocannabinoide mit den Wirkstoffen der Pflanze – über 85 verschiedene Cannabinoide – vervollständigen können, genauso, wie wir Menschen es machen. So sind zum Beispiel erfolgreiche Behandlungen mit CBD in Fällen von Übelkeit, Erbrechen, Angststörungen, neurodegenerativen Erkrankungen oder Hyperaktivität bekannt. Selbstverständlich ohne das Auftreten von psychotropen Effekten, deshalb ist die Überwachung durch einen Tierarzt so wichtig.

Um mehr darüber zu erfahren, wie einige Tiere auf die Behandlung mit Cannabis reagieren, haben wir eine erfahrene Expertin aus dem Bereich der Veterinärmedizin kontaktiert, die zur Zeit für einige ihrer behaarten Patienten ein Medikament mit CBD verwendet. Die Tierärztin Pilar Prado Linares hat uns in ihrer Klinik in Otura (Granada) empfangen.

Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Kannabia: Als Tierärztin verwendest du Behandlungen mit CBD für deine Fälle. Welche Medikamente sind das?

Pilar Prados Linares: Ich verwende CroniCare.

Der Beipackzettel von CroniCare verrät uns, dass es sich um ein zu 100% natürliches Nahrungsergänzungsmittel für Hunde und Katzen handelt, welches aus Fischöl und Cannabisextrakt zusammengesetzt ist und einen sehr geringen THC-Wert aufweist.

Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Kannabia: Für welche Erkrankungen empfiehlt sich diese Art der Behandlung?

Pilar Prados Linares: Als Ernährungszusatz für chronische Schmerzen, Beklemmung, kognitive Störungen, Entzündungen, Arthritis, Autoimmunerkrankungen, Schlafstörungen, Stress…

Kannabia: Ich stelle mir vor, dass das wegen der Stigmatisierung der Pflanze keine sehr gängige Behandlungsform ist. Glaubst du, dass in der Welt der Medizin noch ein langer Weg zurückzulegen ist?

Pilar Prados Linares: Ja, ziemlich. Ich glaube, dass die Medizin wichtige Fortschritte gemacht hat, aber noch viel mehr wartet darauf entdeckt zu werden.

Kannabia: Kennst du weitere Berufskollegen, die diese Form der Cannabisbehandlung einsetzen?

Pilar Prados Linares: Nein, mir sind keine weiteren Kollegen bekannt, die auf dieses Produkt zurückgreifen. Es ist sehr neu, und die Tierärzte neigen dazu immer das zu verwenden, was seit jeher funktioniert hat.

Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Kannabia: Wie bist du auf diese Behandlungsform gestoßen und warum hast du beschlossen sie einzusetzen?

Pilar Prados Linares: Sie wurde mir in der Klinik vorgestellt und ich entschied mich für einen Versuch um zu sehen, wie es funktioniert, vor allem bei meinen Fällen mit chronischen Schmerzen.

Kannabia: Kannst du uns den Fall irgendeines konkreten Tieres nennen, welches du mit diesem Medikament behandelt hast?

Pilar Prados Linares: In fast allen Fällen, wo es zum Einsatz kommt, handelt es sich um Tiere mit chronischen osteoartikulären Problemen, die nichts Anderes mehr zur Schmerzkontrolle machen können.

Kannabia: Gibt es irgendeinen Unterschied zwischen dem Endocannabinoid-System eines Hundes oder einer Katze und dem eines Menschen?

Pilar Prados Linares: Also das weiß ich nicht, weil ich jenes der Menschen nicht kenne.

Cannabisbehandlungen bei Tieren – Interview mit der Tierärztin Pilar Prados Linares

Kannabia: Ich nehme an, dass es sich so wie bei allen medizinischen Behandlungen um Wirkstoffe handelt, bei denen je nach Tier sehr viel Vorsicht bei der Dosierung geboten ist?

Pilar Prados Linares: CroniCare besteht aus den Omega-3-Fettsäuren des Fischöls, welche eine starke entzündungshemmende Wirkung haben und die kognitiven Funktionen unterstützen. Das Cannabisextrakt hat seine starke Wirkung als Entzündungshemmer, Schmerzstiller, Antioxidans und Neuroprotektor bewiesen. Da CroniCare kein THC beinhaltet, rechnet man mit keiner toxischen Nebenwirkung psychotroper Natur.

Kannabia: Welche Einsatzmöglichkeiten hat das Medikament?

Pilar Prados Linares: Wegen seiner Wirkung als Entzündungshemmer, Schmerzstiller und Antioxidans kann CroniCare als Ergänzung und Unterstützung bei der Behandlung von chronischen Schmerzen, Gelenksproblemen (Arthritis, Arthrose… ), Autoimmunerkrankungen, Krebs, neurodegenerativen Erkrankungen, Alterserscheinungen, Schlaganfällen, Epilepsie etc. verwendet werden.

 

Andererseits kann es wegen seiner angstlösenden und neuroprotektiven Wirkung bei Beklemmung, Stress, der Trennung von der Mutter, Schlafstörungen oder Verhaltensstörungen verabreicht werden. Frage auf jeden Fall deinen Tierarzt oder Gesundheitsexperten um Rat, er kennt dein Haustier am besten und wird dir jederzeit zur Seite stehen.

 

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Kannabia accept no responsibility for any illegal use made by third parties of information published. The cultivation of cannabis for personal consumption is an activity subject to legal restrictions that vary from state to state. We recommend consultation of the legislation in force in your country of residence to avoid participation in any illegal activity.

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