Ein tschechischer Landwirt steht wegen Hanfanbaus vor Gericht

Ein tschechischer Landwirt steht wegen Hanfanbaus vor Gericht

Durch: Lukas Hurt Aktivismus

Am vergangenen 9. November endete das absurde Verfahren gegen den tschechischen Landwirt Leopold Svatý, dessen zertifizierter Hanf vor zwei Jahren auf der Hanfmesse in der Stadt Ostrava beschlagnahmt wurde. Das Bezirksgericht hat Svatý zu 15 Monaten Gefängnis und 24 Monaten auf Bewährung verurteilt, weil der gesetzliche THC-Grenzwert um 0,3% überschritten worden war.

Obwohl Svatý während des Verfahrens eine beeindruckende Liste von als Zeugen fungierenden Experten und Dokumenten aus den Bereichen der Rechtswissenschaft, der Landwirtschaft und der Drogen- und Suchtpolitik vorlegte, konnte nichts die Richterin davon überzeugen, dass Svatý für eine derart geringe Überschreitung des THC-Grenzwerts nicht beschuldigt oder verurteilt werden kann. Die Richterin berücksichtigte die Argumente von Svatýs Rechtsanwalt nicht, welcher gemeinsam mit anderen anerkannten Experten darauf beharrte, dass der Hanf mit zertifizierten Samen, die in der gesamten EU legal verwendet werden, angebaut worden war.

Das Gutachten eines der renommiertesten Experten für Drogenpolitik in der Tschechischen Republik, der argumentierte, dass Pflanzenmaterial mit einem THC-Gehalt von 0,6% keinen Rauschzustand hervorrufen könnte, zeigte genauso wenig Wirkung. „Was uns am meisten schockierte war die Tatsache, dass die Richterin unmittelbar nach der Durchsicht der Aussagen mit der Urteilsverkündung begann, sie nahm sich nicht einmal ein paar Minuten Zeit, um über das Ausgesagte nachzudenken“, bestätigte Adam Biňovec, der Anwalt von Svatý.

Sollten wir alle Hanfzüchter verhaften?

Unser Planet erwärmt sich schnell und die vergangenen Sommer waren in Europa sehr heiß und trocken, vor allem der letzte. Deshalb kann man erwarten, dass der Großteil des in dieser Jahreszeit in der Tschechischen Republik gezüchteten Hanfs ein wenig die erlaubten THC-Grenzwerte überschritten haben könnte. Daher könnte die tschechische Polizei aufgrund des oben erwähnten Urteils Razzien in Lagerhäusern einleiten und die Hanfbauern des ganzen Landes vor den Richter bringen. Wenn kümmert es schon, dass die Landwirte die Intensität des Sonnenlichts und die Temperatur nicht kontrollieren können, wenn sie hektarweise Land im Freien bewirtschaften?

Ja, natürlich, allein der gesunde Menschenverstand verrät uns, dass es nicht die Schuld des Bauern sein kann, wenn eine zertifizierte Sorte mehr THC enthält als angegeben. Wenn man jemandem dafür die Schuld geben muss, dann wäre es nicht einmal der Produzent der Samen, sondern Mutter Natur.

Wie lösen andere Länder dieses Problem?

Andere europäische Länder haben während der heißen vergangenen Sommer mit ähnlichen Problemen Erfahrung gemacht. So etwa haben die Hanfbauern in Italien, die eine lokal sehr geschätzte Sorte namens Carmagnola anbauen, wiederholt die erlaubten Grenzwerte für THC überschritten und das Gesetz verletzt. Der Staat hat das Problem jedoch auf andere Art gelöst als in der Tschechischen Republik: anstatt die unschuldigen Landwirte zu bestrafen, hat die Regierung die THC-Grenzwerte auf 0,6% angehoben. Warum? Weil die Politiker, Anwälte und Richter zu dem Schluss kamen, dass die Bestrafung der Landwirte für etwas, das sich ihrer Kontrolle entzog, sinnlos war und weil Hanf oder Cannabis mit einem THC-Wert von 0,6% niemanden in einen Rauschzustand versetzen würde.

Ein tschechischer Landwirt steht wegen Hanfanbaus vor Gericht

Das Urteil im Fall Svatý fiel gerade zu einem Zeitpunkt, an dem Kanada y weitere Staaten der USA Cannabis vollständig legalisiert haben; sogar das tschechische Parlament hat eine ernsthafte Diskussion über die Legalisierung des Eigenanbaus für alle erwachsenen Tschechen begonnen. Und wenige hundert Kilometer von Prag entfernt fand währenddessen ein noch nie da gewesener Prozess gegen einen einfachen Landwirt statt, in welchem die Scheinheiligkeit über die Wissenschaft, die Tatsachen und die pure Logik siegte.

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